Rückblick: Fachlicher Austausch beim Expertenforum Australien und Neuseeland

Am 18. Juni 2019 fand im CMMC Research Center der Universität zu Köln das GOstralia!-GOzealand! Expertenforum Australien und Neuseeland statt. Schwerpunkte der Veranstaltung waren aktuelle Entwicklungen in der australischen und neuseeländischen Hochschullandschaft und die internationale Bildungszusammenarbeit zwischen Deutschland, Neuseeland und Australien. In vier Vorträgen externer Referenten und der Experten von GOstralia!-GOzealand! wurden verschiedene Aspekte von der Bildungspolitik der Länder bis hin zur Kursanrechnung und Antragstellung für Fördergelder beleuchtet.

Dr. Michaela Krug-von Vacano, Head of GOstralia! Research Centre, gab in ihrem Vortrag einen Überblick über die Hochschul- und Forschungslandschaft in Australien und Neuseeland. Mit sechs der rund 40 Universitäten in den Top 100 des THE Rankings von 2018 zählt Australien zu den Global Playern des internationalen Hochschulsektors. Bildung gehört zu den wichtigsten Wachstumsträgern der australischen Wirtschaft und ist drittgrößte Exportindustrie des Landes. Auch in Neuseeland ist die Bildungsindustrie eine der wichtigsten wirtschaftlichen Säulen und seit 2014 im Aufschwung. Im Vortrag ging es u.a. um die Unterschiede zwischen dem deutschen und australischen sowie neuseeländischen Hochschulsystem und es wurde ein Überblick über die Forschungs- und Hochschulverbunde und -netzwerke und die Forschungsförderung und -schwerpunkte der beiden Länder gegeben. Seit den 70igern arbeiten Deutschland und Australien sowie Deutschland und Neuseeland eng zusammen.  Aktuell bestehen zwischen den Ländern mehrere hundert aktive Kooperationen im Hochschulbereich (über 600 in Australien, über 120 in Neuseeland).

Im Vortrag „Auslandssemester - eine Frage der Anerkennung. Strukturierte Anrechnungsverfahren oder eine Kultur der freien Kurswahl?“ gingen die Referentinnen Annegret Werner von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und Rebecca Fischer von GOstralia!-GOzealand! auf die Frage ein, ob eine flexible Anerkennung der im Ausland belegten Kursen eine Motivation für ein Auslandsstudium bietet und so die Auslandsmobilität im Outgoingbereich erhöhen kann. Frau Werner schilderte die Probleme bei der Anerkennung von Auslandsaufenthalten an ausländischen Hochschulen aus Sicht der Auslandsämter und stellte beide Modelle mit ihren Vor- und Nachteilen vor. Studienberaterin Rebecca Fischer erklärte anschließend, wie sich Credit Points und ECTS vergleichen lassen, was  Studenten bei der Kurswahl und der Kurszulassung beachten sollten und welche Notensysteme die Universitäten in Down Under nutzen.

Dr. Elisabeth Holuscha von Plan W., einer spezialisierten Agentur für Drittmittelstrategien für deutsche Fachhochschulen, brachte den Teilnehmern die Bedeutung eines strategischen Vorgehens bei der Antragsstellung um Fördergelder nahe. In ihrem Vortrag „Find it. Write it. Get it: Was Sie über erfolgreiche Antragstellungen unbedingt wissen sollten!“ zeigte sie, dass das Antragswesen im Hochschulsystem seinen eigenen Spielregeln unterliegt und seine ganz besonderen Herausforderungen an den internationalen Wissenschafts- und Forschungsbereich birgt. Mit praktischen Beispielen erläuterte Frau Holuscha, was bei Anträgen wirklich wichtig ist, wie Projektideen klar, deutlich und überzeugend formuliert werden und worauf man konkret achten muss, um seine Chancen auf eine erfolgreiche Antragstellung zu steigern.

Im letzten Vortrag der Veranstaltung schilderte Prof. Dr. Silvia Seibold von der Technischen Hochschule Rosenheim ihren Werdegang und die Erfahrungen als Lehrbeauftragte und langjähriges Mitglied des Advisory Boards der Graduate School of Business & Law an der RMIT University in Melbourne. Als Fallbeispiel zum Thema Staff Mobility berichtete sie über die Organisation einer Gastveranstaltung einer Professorin aus Melbourne, die in Burghausen stattfand. Der Erfolg solcher Vorhaben hänge in erster Linie von der strategischen Bedeutung von Mobilitätsprogrammen innerhalb der Hochschule und auch dem Engagement der involvierten Parteien ab. Generell sei es schwierig im Rahmen der Mobilitätsbemühungen für administratives und akademisches Personal Prozesse zu vereinheitlichen beziehungsweise in ein allgemeingültiges Modell zu übertragen. Persönliche Beziehungen und/oder bestehende Partnerschaften sind oft der Ausgangspunkt beim Weg zur Staff Mobility.

Das GOstralia!-GOzealand! Expertenforum bot eine Plattform zum Austausch von Erfahrungen und Wissen über die Studien- und Forschungslandschaften beider Länder. An die Vorträge knüpfte eine rege Diskussion zwischen den Teilnehmern und Vortragenden. Die Veranstaltung, die sich an MitarbeiterInnen der International Offices und Akademischen Auslandsämter sowie Auslandsbeauftragte/InternationalisierungkoordinatorInnen der Fachbereiche und Fakultäten deutscher Hochschulen und Universitäten richtete, soll im kommenden Jahr erneut angesetzt werden. Nähere Details dazu werden Anfang 2020 veröffentlicht.