19.05.2020

Studienberaterin Sonja unterwegs in Melbourne und Perth

Im März machte sich unsere Studienberaterin Sonja nach Australien auf, um dort ihre alte Heimat Melbourne und einige unserer Universitäten zu besuchen und im Anschluss den Westen des Landes zu erkunden. Was sie dort alles erlebt hat, wie ihr die Campusse gefallen haben und ob sie ihren Traum vom Schwimmen mit den Walhaien erfüllen konnte, verrät sie in ihrem Reisebericht.

Als ich mich Anfang März Richtung Australien aufmachte, war in vielen Ländern noch nicht wirklich abzusehen, wie sich die Lage um Covid-19 entwickeln würde und welche weltweiten Konsequenzen die Pandemie letztendlich nach sich zieht. Mein Plan, Ende 2019 geschmiedet, war es, die australischen Universitäten zu besuchen, deren Campus ich bislang noch nicht gesehen habe. Dazu zählten in Melbourne die Monash University und die Deakin University und in Perth alle vier Partner (Murdoch University, University of Western Australia, Edith Cowan University, Curtin University). Für uns Studienberaterinnen ist der eigene Eindruck sehr wichtig. Zwar haben wir alle selbst in Australien studiert und jede der Unis hat eine tolle Ausstattung, aber alles mit eigenen Augen zu sehen und ein Gefühl für den jeweiligen Campus zu bekommen, ist für uns in der Beratung Gold wert.



Zu allererst: Ich hab es tatsächlich geschafft, alle Unis zu besuchen. In Australien war die Lage noch bis Mitte/Ende März recht entspannt. Direkt Anfang März war ich zu Gast bei den Universitäten in Melbourne. Der Tag startete mit meinem Besuch bei der Deakin University. Die Anreise mit den Öffis war sehr einfach und nach einer Dreiviertelstunde in meinem liebsten Melbourner Fortbewegungsmittel, der Tram, war ich auch schon an der Business Faculty der Universität angekommen. Nach einer kurzen Tour durch das Gebäude und einem Blick in den Trading Room ging es weiter mit der Faculty of Arts and Education, einer Tour über den Campus und einem Treffen mit dem Study Abroad Team der Universität, die sich um unsere Studierenden kümmern, die für ein Semester an die Deakin University gehen. Der große Vorteil der Uni: Sie unterrichtet in Trimestern. Zum einen heißt das, dass man bei einem kompletten Studium die Studiendauer verkürzen kann (bei Interesse, sonst sind auch jährlich zwei Trimester möglich), zum anderen passen die Startzeiten von Februar und November sehr gut zu unserem Studiensystem in Deutschland. 

Am Nachmittag ging es weiter Richtung Süden zur Monash University. Der Campus der Hochschule ist riesig und bietet viel Platz und Grünflächen, die zum Entspannen einladen. Ich habe mir beide Standorte, Clayton und Caulfield, angeschaut. Zwischen den Campussen fährt für die Studierenden auch ein kostenfreier Shuttlebus. Clayton ist größer und liegt etwas mehr außerhalb. Caulfield ist etwas kleiner, näher an der Stadt und beherbergt u.a. die moderne Business School. Vom den oberen Stockwerken hat man übrigens einen tollen Blick auf den Caulfield Racecourse, auf dem im November auch der Melbourne Cup, das höchstdotierte Pferderennen in Ozeanien, stattfindet. Und wo wir gerade von Superlativen reden: Die Monash University ist übrigens die größte Universität im Bereich Tertiary Education (Bildung auf Hochschulebene) in Australien. Die RMIT University hat einen ähnlichen Titel, sie ist dank vieler Campusse in anderen Ländern wie Vietnam und Spanien aber der größte Anbieter von Hochschulbildung.

Meine restliche Zeit in Melbourne habe ich genutzt, um meine alte Heimat wieder neu zu entdecken. Kennt ihr das Gefühl, wenn man nach langer Zeit nach Hause kommt und irgendwie fühlt sich das Vertraute doch neu an? Zwar habe ich länger in Melbourne gelebt, aber das ist doch schon einige Zeit her und gerade die Großstädte in Australien wachsen und wandeln sich schnell. Wenigstens die gute alte Street Art war noch genau da, wo sie auch das letzte Mal zu finden war. Auch wenn es neue Bilder waren. Und auch der Kaffee schmeckte noch genauso gut wie früher.


Nach ein paar Tagen in Adelaide, wo ich Weinberge und Gin Destillen besuchte, auf dem WOMAD Festival tanzte, beim Fringe eine sehr lustige Show sah und neben Koalas auch ein Echnida, den australischen Ameisenigel, im Nationalpark entdeckte, flog ich für meinen nächsten Unibesuche nach Perth. Dort standen an zwei Tagen insgesamt vier Campusbesuche an. Zuerst ging es an die Curtin University. Wer gerne mit Australiern zusammenstudieren möchte, ist hier genau richtig. Die Universität hat einen großen Anteil an lokalen Studierenden. Zudem gibt es eine große Anzahl an Studienmöglichkeiten, bei denen sich ein genauer Blick lohnt. Die Curtin University ist z.B. die einzige Uni, die eine Kombination von International Business und Entrepreneurship anbietet. Auch der Schwerpunkt Richtung Luxury Branding wird angeboten. Eines der Prestigeprogramme und die Nr. 1 im weltweiten Vergleich ist der MBA in Richtung Oil und Gas. Eher australisch ausgerichtet sind die Programm Human Ressource Management und Taxation, die sich für allem auf die australische Rechtsprechung beziehen. Auf dem großen Campus habe ich mich übrigens ganz klassisch erstmal verfranzt, aber dank netter Studierender kam ich trotzdem pünktlich und genau da an, wo ich hinwollte an. Das nächste Mal lade ich mir die Campus App runter. ;)

Den Nachmittag verbrachte ich dann am Campus der Murdoch University. Mein erster Eindruck: Wow, ist das grün und entspannt hier! Auf der riesigen Rasenfläche lagen überall rote Sitzsäcke, die Vögel zwitscherten und die Sonne strahlte mir ins Gesicht. Da ich noch ein wenig Zeit vor meinem ersten Meeting hatte, erkundete ich den Campus, schaute mir die unieigene Student Bar an und warf einen Blick in die Gebäude und das Student Centre. Danach standen die zwei Fakultäten auf dem Plan, zuerst das College of Science, Health, Engineering und Education, danach das College of Arts, Business, Law und Social Sciences. Das Studienspektrum ist also entsprechend breit. Die Murdoch University ist außerdem eine der günstigsten Optionen in Perth und vor allem für Studierende interessant, die vier Kurse belegen wollen. Man zahlt dort eine Einheitsgebühr für Study Abroad, also einen Preis für drei oder vier Kurse. Der liegt bei 6.900 AUD (ca. 4.000 Euro) und wurde erst kürzlich für die nächsten drei Jahre bestätigt. Die Gebühr wird also in nächster Zeit nicht angehoben. Und als besonders Goodie gibt es dort den berühmt-berüchtigten North West Trip und seit kurzem auch den South West Trip. Beide Trips bieten drei bis fünf Tage Action, vollgepackt mit allem, was Western Australia zu bieten hat. Da ich im Anschluss selbst die Tour in den Norden gefahren bin, kann ich nur sagen: Auf jeden Fall mitmachen!

Am nächsten Tag standen zu guter Letzt noch der Besuch an der Edith Cowan University (ECU) und der University of Western Australia an. An der Edith Cowan University begann meine Tour am Joondalup Campus an der School of Science und ich lernte einiges über das Thema Cyber Security. Die ECU ist hat das größte Forschung- und Studienprogramm in diesem Bereich und zwei der Lehrkräfte gehören sogar zur Cyber Crime Experts Group von Interpol. Die angebotenen Programme gehen in Richtung Cyber Security oder Counter Terrorism Security and Intelligence. In den letzten Jahren wurde auf dem Campus viel investiert und gebaut. In der Mitte gibt es einen See, der zum Verweilen einlädt und allein der Eingangsbereich beim Campus ist recht imposant. Das Gebäude dort soll an ein aufgeschlagenes Buch erinnern und wirkt wie von Game of Thrones inspiriert. Als günstigste Option in ganz Australien für ein Auslandssemester ist sie auf jeden Fall eine gute Option für Studierende, die sparen möchten. Kleiner Tipp: Wenn du Wirtschaft studierst, schau mal bei unseren 20 Jahre Jubiläumsstipendien. Wir vergeben ein Vollstipendium für die ECU mit Start ab Februar 2021.

Als letztes besuchte ich die University of Western Australia (UWA), die am schönen Swan River und neben dem Kings Park liegt. Der Kings Park ist übrigens größer als der Central Park in New York und bietet schöne Wanderwege und eine Art Treetop Walk. Ich hab ihn nach meinem Besuch einmal komplett durchquert und empfehle bequemes Schuhwerk. ;) Die UWA liegt etwa zehn Minuten mit dem Bus von der Innenstadt entfernt. Sie gehört zur renommierten Group of Eight, dem Zusammenschluss der forschungsstarken Universitäten in Australien. Ähnlich wie an der Uni Melbourne oder der Uni Queensland hat auch die UWA einen wunderschönen Campus mit Sandstone Gebäuden und riesigen Parkflächen. Ein besonderes Highlight ist das Buddy Programm der Universität. Auch mir wurde ein aktueller Student zur Seite gestellt, der mir alles am Campus zeigte und von seinen Erfahrungen schwärmte. Er hatte Angebote von namhaften US-amerikanischen und englischen Universitäten, entschied sich aber ganz klar für die UWA. Sie bot ihm einfach das beste Paket und er ist mehr als glücklich mit seiner Entscheidung.

Das liegt großen Teilen sicher auch an der hohen Lebensqualität in Perth. Die Stadt ist eine der günstigsten Optionen in Australien und hat mehr als 300 Sonnentage zu bieten. Die Natur liegt direkt vor der Tür und je nach Lust und Laune kann man Richtung Norden zum Riff fahren oder die Weinberge im Süden des Bundesstaates erkunden. Für den kleinen Ausflug zwischendurch bietet sich vor allem Rottnest Island an, wo die süßen Quokkas leben. Auch auf dieser Reise definitiv eines meiner Highlights!

Nachdem die Arbeit abgeschlossen war, habe ich noch zwei Wochen Urlaub in Western Australia gemacht und bin mit einem Camper die Westküste bis hoch nach Exmouth gefahren. Schon ewig auf meiner To-Do Liste stand das Schwimmen mit Walhaien in Exmouth, dem größten Fisch der Weltmeere. Das war definitiv das Highlight meiner Reise! Auf dem Weg dahin und zurück sahen wir die Delfine und Emus in Monkey Mia, schnorchelten am Ningaloo Reef, besuchten die schönsten Strände im Cape Range National Park, setzten uns in das Nature`s Window im Kalbarri National Park und überzeugten uns davon, dass der Pink Lake tatsächlich sehr pink ist. Mein Fazit: Die Westküste Australiens sollte jeder gesehen haben!

Melde dich gerne bei mir, wenn du Fragen zu den Universitäten, Western Australia oder Perth hast. Weitere Fotos findest du in unserem Story-Highlight auf Instagram.