Erfahrungsberichte zum Studium in Australien

Hier hast du die Möglichkeit dir Berichte und Videos von Studenten anzuschauen, die mit uns ihr Auslandsstudium in Australien oder Asien realisiert haben - lass dich inspirieren oder für eine bestimmte Universität oder Stadt begeistern.

GOstralia! Alumni Story

Vom Leben und Studieren in der Weltmetropole Sydney

GOstralia!-GOzealand! Alumna Christina Miebach hat etwas geschafft wovon viele träumen. Sie hat in Sydney ihr Masterstudium absolviert, arbeitet inzwischen dort und darf seit einigen Jahren die berühmteste Stadt Australiens ihr Zuhause nennen. Nachdem die gebürtige Kölnerin ihr Bachelorstudium im Bereich International Business und European Management an der Cologne Business School abgeschlossen hatte, zog es sie nach Australien, um an der Macquarie University ein Masterstudium zu beginnen. Nach erfolgreichem Abschluss und einigen Zwischenstationen arbeitet die 28-jährige inzwischen sogar als International Marketing Coordinator an der Uni und kann so ihre ganz persönlichen Erfahrungen als Student an der Macquarie University miteinbringen. Gleichzeitig genießt Christina natürlich das Leben in ihrer Traumstadt, die sie mit ihrem multikulturellen Lifestyle komplett in ihren Bann gezogen hat.

Interview mit Christina über ihre ganz persönliche Erfolgsgeschichte


GOstralia! Alumna Christina (links) im Interview mit Christiane von GOstralia!

Was waren die Gründe dafür, dass du dich nach deinem Bachelorstudium in Deutschland für ein Masterstudium in Australien entschieden hast?
„Als mein Bachelorstudium an der Cologne Business School  zu Ende ging, musste ich mir langsam Gedanken machen, what’s next? Mit nur 22 Jahren fand ich mich noch zu jung um eine Arbeitsstelle zu suchen, irgendwie hatte es mich schon immer ins Ausland gezogen, zum Reisen und Arbeiten. Während meines Bachelorstudiengangs mussten wir ein 3-monatiges Praktikum im Ausland ablegen. Ich hatte Glück und mein damaliger Manager bei der Deutschen Telekom, wo ich als Student 20 Stunden/Woche als Customer Service Assistant arbeitete, brachte mich in Kontakt mit der Deutschen Telekom Inc. in New York City, wo ich dann tatsächlich ein Praktikum im Sommer 2008 ablegen durfte. Es war genial und ich vermisse diese atemberaubende Stadt noch heute. Nach meinem Auslandsaufenthalt war klar ich studiere weiter - in einem englischsprachigen Land. Da mein Bachelor an der Cologne Business School (CBS) schon ein komplett englischsprachiger Studiengang war und es daher nahe lag in Ausland zu gehen. England war zu nah, die USA zu teuer, Kanada zu kalt und Australien ein beliebtes Reiseziel! Sonne, Strand, Surfen und Meer  –  das ganze Jahr, was will man mehr!“

Warum hast du dich für die Macquarie University entschieden?
„Ich habe mich für die Macquarie Uni aus drei Gründen entschieden: 1. Die Macquarie ist eine der Top 10 Universitäten in Australien und in den Top 2% aller Universitäten weltweit. Mir war wichtig, dass mein Studiengang akkreditiert (weltweit), renommiert und international ausgerichtet ist. 2. Der Master in International Business (MIB) war nur ein 1-jähriges Masterstudium, was preislich attraktiv für mich erschien. Auch fand ich es gut zu wissen, ich kann nach einem Jahr wieder nach Deutschland, sollte es mir nun gar nicht gefallen (bewusst war mir damals noch nicht wie sehr ich mich in Sydney verlieben würde). 3. Die Macquarie hat einen der grünsten Campusse aller Unis in Sydney. Die anderen liegen relativ zentral und bieten daher wenig Raum. Macquarie liegt nur 30 Minuten außerhalb und  ist umgeben von 126 Hektar Parklandschaft. Es gibt sogar einen  See an dem wir oft Mittagessen und die Umgebung hat einfach einen sehr relaxten ‚vibe‘.“

Was waren deine Erwartungen an das Studium und haben sie sich erfüllt?
„Meine Erwartungen an das Studium waren sehr hoch. Ein Masterstudiengang bedeutete für mich einen der höchstmöglichen Abschlüsse zu erringen, um dann hoffentlich schnell eine steile Karriere starten zu können. Es war nicht immer einfach, gerade weil ich zusätzlich auch noch in einem Restaurant in der City gearbeitet habe – was mir auf der anderen Seite jedoch auch eine gewisse Balance geboten hat. Ich bin ein Nachtschwärmer, habe schon immer besser nachts studieren können und  musste oft ‚Group Work‘ mit Arbeit und Uni koordinieren. Es hat sich jedoch alles ausgezahlt im Nachhinein. Ich habe viele neue Freunde kennen gelernt aus allen Teilen der Welt: Indonesien, Singapur, Neukaledonien, Frankreich, Spanien, USA, Nepal, Kolumbien, etc. Diese Erfahrung hat mir wirklich das Tor zur Welt geöffnet. Würde ich mich morgen entscheiden eine Weltreise zu starten, ich glaube ich hätte in jedem Land jemanden, der mich herzlich empfangen würde. Das hat mir auch am meisten an meinem Studium gefallen, der internationale Kontext. In Deutschland wird einem einfach nicht bewusst wie klein die Welt doch eigentlich ist und wie viele verschiedene Kulturen und Religionen friedlich miteinander leben können – Sydney ist ein gutes Beispiel. Es ist bewundernswert wie multikulturell es hier ist. Ich gehe hier auf, ich fühle mich inspiriert und Teil des Ganzen. Zu jeder Zeit – ob Tag oder Nacht – gibt es hier alle möglichen Arten von authentischem Essen, z.B. Yum Cha, Malay, Sushi, Indisch, Mexikanisch, Thai, Französisch, Italienisch, etc. an. Ich habe gelernt, im ersten Sinne bin ich ein Mensch, dann eine Deutsche, dann ein ‚Expat‘ und dann vielleicht eine Australierin. Aber am wichtigsten ist, ich bin ein Mensch und ich respektiere andere Kulturen und kann es kaum erwarten sie alle kennen zu lernen.“
 
Hat sich die (finanzielle) Investition in das Studium für dich gelohnt?
„Es ist nicht billig, so ein Masterstudiengang in Sydney, das ist klar, aber mit der immer größer werdenden globalen Konkurrenz ist es wichtig sich so international wie möglich auszurichten und so ‚employable‘ wie möglich machen. ‚Employability‘ (deutsch: Beschäftigungsfähigkeit) ist hier ein großes Thema. Die australischen Universitäten sind den Deutschen weit voraus im Marketing und auch im Hinblick auf ‚extra-curricular activities‘. Hier ringen die besten der besten um Praktika für ihre Studenten in den globalsten Firmen der Welt. Das Angebot an Study-Abroad Semestern im Ausland wächst und Unternehmens-Programme wie das “Global Leadership Program‘ (GLP) oder ‚Professional and Community Engagement‘ (PACE) wie zum Beispiel an der MQU bieten eine geniale Möglichkeit erste Arbeitserfahrungen in Sydney oder auch im Ausland zu sammeln – oft bei den beliebtesten Unternehmen. In Nachhinein hätte ich mich dafür gerne beworben, leider war dies bei meinem 1-jährigen Studiengang nicht möglich. Daraufhin wurde dieser jedoch auch 1 ½ Jahre verlängert.“

Wo hast du direkt nach deinem Studium gearbeitet und war es schwierig für dich einen richtigen Job zu finden?
„Das Leben in Sydney hat mich in den Bann gezogen und mir war schnell klar, hier möchte ich mein Leben aufbauen. Es hat mich verändert, ich bin hier ein besserer Mensch geworden, ich habe mich gefunden und ich wollte diesen Platz vorerst um keinen Preis der Welt verlassen. Nach meinem Studium bin ich für ein Wochenende nach Auckland, Neuseeland geflogen, um mein Working Holiday Visum zu beantragen. Meine Familie war zuerst nicht besonders glücklich, dass ich noch länger fort bleiben wollte aber mit Heimweh hatte ich noch nie zu tun. Natürlich vermisse ich meine Familie und die alten Kindergartenfreunde (solche hat man halt nur einmal), aber die meisten waren ja auch schon längst ins Ausland gezogen und dank Skype und WhatsApp fühlt man sich ja trotzdem ständig ‚connected‘. 3 Tage später hatte ich dann nun das 417 Visum in der Tasche und bin dann schnell wieder zurück nach Sydney: Jobsuche, das war Priorität. Für einen Monat war ich einen Salesjob mit Mission Australia eingegangen, einer Not-for-Profit Organisation die sich darum bemüht die Obdachlosigkeit in Australien zu reduzieren und Hilfesuchenden ein zu Hause zu bieten. Ich habe aber schnell gemerkt dass ‚Sales‘  nichts für mich ist und innerhalb von einem Monat habe ich aufgrund eines Jobinterviews eine Stelle als ‚Marketing and Sales Coordinator‘ in der Tourismus-Industrie angeboten bekommen. Es war ein relativ kleines und junges, jedoch sehr dynamisches Unternehmen, dass mir dann auch nach 6  Monaten ein Sponsorship Visum ermöglicht hat (457). Ich habe von Anfang an mit offenen Karten gespielt und schon im Jobinterview klar gemacht, dass ich auf ein Sponsorship aus war. Ich glaube das ist sehr wichtig, dass man ehrlich ist und offen legt was man will und wo man sich selbst sieht in einem Jahr. Die Australier sind auch ziemlich ‚straight forward‘ und man kann gut mit ihnen umgehen. Viele Arbeitgeber mögen die Loyalität der  Deutschen und auch ihre Einstellung. Wir arbeiten hart wenn es angemessen ist und die Löhne sind hier auch sehr hoch im Vergleich zu Deutschland (allerdings auch die Lebenshaltungskosten). Viele Australier arbeiten jedoch ‚smart not hard‘. Ich bin der Meinung, dass sich das auf Dauer nicht auszahlt und bevorzuge das Motto ‚Work hard, work harder‘ wenn man seine Träume verwirklichen will. Es ist nicht immer einfach und manchmal spielt auch ein bisschen Glück mit, aber ich bin der festen Meinung, wenn man einen Traum hat, dann ist man es einem selbst schuldig diesen auch zu verwirklichen. Nach knapp 3 Jahren in der Tourismusindustrie, und der Promotion zum Account Manager, vorübergehend auch Reservations Manager, hatte ich nun viel Erfahrung mit Kunden im In-und Ausland gesammelt und gerade auch die wachsende Verantwortung sehr geschätzt (die Vorteile eines kleinen Unternehmens). Nachdem ich dann im April 2014 die ‚permanent residence‘ erhalten hatte, entschied ich mich den nächsten Schritt zu gehen. Es war Zeit für einen Industriewechsel und als ich dann das Jobangebot an der Macquarie fand, wurde mir klar ich konnte mir diese Möglichkeit nicht  entgehen lassen.“

Was sind deine Aufgaben bei deinem aktuellen Job?
„Mein Job ist sehr vielfältig und ich genieße den international Kontext. Meine Arbeitskollegen haben die verschiedensten Nationalitäten und ich finde es spannend in einem so multikulturellen Team zu arbeiten. Zugegebenermaßen, ich habe einen Schritt zurück machen müssen in meiner Karriere, um eine Stelle in der ‚Higher Education‘ Industrie zu erlangen. Ich hoffe es wird sich auf Dauer auszahlen aber es war mir wichtig meine Karriere anzupassen. In meinem alten Unternehmen hatte ich keine Aufstiegschancen, die Firma war einfach zu klein. Das sieht an einer Universität schon ganz anders aus. Man findet hier auch schnell Kontakte und ‚networking‘ ist sehr wichtig in Australien. Nichts geht über gute Kontakte und wenn die eine Tür sich schließt, dann öffnet sich auch wieder eine andere. Es ist wichtig, dass man sein Ziel nicht aus den Augen verliert und manchmal ist ein Schritt zurück ein Schritt in die richtige Richtung. Als International Marketing Coordinator organisiere ich alle marketingrelevanten Aktivitäten meines Teams im In- und Ausland. Ich arbeite mit über 30 Country Managern zusammen, die alle für verschiedene Teile der Welt zuständig sind. 80% des Jahres sind sie unterwegs und halten Seminare oder Infotage, Training sessions, vertreten MQU auf Messen, und treffen Partner wie GOstralia!, um über mögliche Projekte zu reden oder deren Teams auf den neuesten Stand unserer Produkte und Services zu bringen. Ich arbeite zusammen mit dem Marketing Team an relevantem Promotion Material, wie Flyern, Broschüren, etc. Wir senden ‚broadcasts‘ an potentielle Studenten, um ihnen mitzuteilen wo sich die Country Manager gerade in ihrem Land befinden und in welchen Städten die Infotage stattfinden. Ich designe dann HTML-Emails und uploade Events auf unsere Webseite. Ich arbeite auch mit an dem ‚International Student Guide‘ für 2016, an Alumni Berichten und Events, die an der Universität gehalten werden. Social Media ist auch ein Teil meiner Arbeit, viele der Facebook Posts auf der Seite für internationale Studenten habe ich gepostet und ich war auch beim Rebrandingprozess unserer Identität dabei. Unsere Webseite ist nun mit dem neuen Logo und unserer neuen Identität ausgestattet – das war sehr spannend und lehrreich. Letzte Woche habe ich angefangen meine Idee zu realisieren einen internen Newsletter zu gestalten, damit das Team immer up-to-date ist – es tut gut zu wissen man kann seine eigenen Ideen einbringen und verwirklichen.“

Beschreibe mal einen typischen Tag hier in Sydney und was unternimmst du gerne am Wochenende/in deiner Freizeit?
„Kein Tag ist wie der andere. Einen typischen Samstag beginne ich mit Freunden im Café in Surry Hills oder Redfern, wenn das Wetter mitspielt auch gerne in Manly oder Bondi. Der Kaffee in Sydney ist einer der Besten! Es ist unfassbar, dass fast jeder Take-away Cappuccino hier super schmeckt! Ganz besonders mit Freunden und ‚Avocado on toast with two poached eggs‘! Danach geht‘s dann erst auf einen der Trödelmärkte, wo ich nach Vintageklamotten oder cooler Inneneinrichtung suchen gehe. Gerne fahre ich auch mit dem Rad und Hund (Rudy) in den Park oder nehme den Bus nach Bondi oder Tamarama Beach für einen Strandspaziergang oder mit Freunden bummeln zu gehen. Oft lande ich dann am späten Nachmittag in einem der Pubs, wo ich den Sonnenuntergang bei einem Bier oder Glas Wein genieße. Es vergeht kaum eine Woche an dem wir nicht ausgehen. Die Australier feiern gerne und es gibt hier einfach so viele coole Kneipen und Restaurants, gerade in meinem Stadtteil, in Surry Hills, da ist ständig was los! Meine Lieblingsbar allerdings ist ‚Shady Pines‘ in Darlingurst, ein unterirdischer Saloon in dem die Bartender lange Bärte tragen und die besten Cocktails mixen! Man fühlt sich lebendig! Ich mache auch oft etwas alleine, in Deutschland hätte ich kaum gewusst was mit mir anzufangen, aber hier genieße ich auch mal gerne einen Tag für mich. Mit ein bisschen Planung fahren wir auch manchmal einfach ein Wochenende in die Blue Mountains zum Reiten oder surfen an einem der Northern Beaches, Avalon oder Palm Beach zum Beispiel. Da ist das Leben noch entspannend langsam und man lässt es sich gut gehen in einem der schönen Strandrestaurants.“

Gibt es etwas dass du hier vermisst im Vergleich zu Deutschland?
„Deutschland hat ein unglaublich gutes Gesundheitssystem! Leider ist Australien da sehr hinterher. Meinen jährlichen Zahnarztbesuch muss ich selbst bezahlen (knapp $200) und Medikamente sind hier auch relativ teuer. Gottseidank (klopf auf Holz) ist mir noch nie etwas Ernsthaftes passiert, aber ein Krankenhausbesuch kann teuer werden, auch mit Zusatzversicherung. Außerdem vermisse ich Kinderschokolade, Knoppers, Heringsfilets, den Geruch eines Sommergewitters, Schlitten fahren, auf Deutsch zu fluchen, Kölner Karneval, mit Freunden und einem Six-Pack Bier in den Park (hier ist das Trinken in der Öffentlichkeit ja leider illegal), für 50 Euro nach Paris oder Barcelona für ein Wochenende, dort wo man eine andere Sprache spricht und trotzdem nur 2 Stunden von zu Hause fort ist.“

Was sind deine Tipps an potenzielle Masterstudenten in Australien?
„’Work hard, play hard.’ Genießt es! Macht das Beste aus eurem Studienerlebnis, es ist viel zu schnell vorbei. Nehmt alles mit, sprecht mit anderen Studenten aus fremden Kulturen. Respektiert Unterschiede. Sich unter die deutschen Studenten zu mischen ist einfach aber das sollte nicht euer Ziel sein. Sprecht mit Chinesen, Nepalesen, Afrikanern, Indern und Neuseeländern. Das sind die Erfahrungen, die euch wachsen lassen und die euch keiner mehr nehmen kann. Und ich verspreche euch, nach diesem Erlebnis wird nichts mehr so sein wie zuvor.“