21.09.2016

Die University of Queensland startet Studie über das Farbensehen von Korallenriff-Fischen

Forscher an der University of Queensland haben festgestellt, dass Rifffische Farben sehen, die Menschen nicht wahrnehmen können.

Ein Team von Professor Justin Marshalls Labor für sensorische Neurobiologie am Institut für Gehirnforschung der University of Queensland führte eine Reihe von Verhaltensversuchen mit Drückerfischen durch um zu entschlüsseln, wie diese die Welt sehen.

Professor Marshall sagte, in  früheren Studien hätte man untersucht, wie Goldfische Farbe sehen, dieses jedoch sei die erste Studie die untersucht, wie Rifffische Farben unterscheiden.

"Korallenriffe sind die buntesten Biotope der Welt, und es wurde jetzt bekannt, dass Rifffische Farben sehen können, die wir nicht wahrnehmen können", sagte Professor Marshall.

"Einige Rifffische, wie der Anemonenfisch "Nemo" und andere Demoisellefische können das UV-Wellenlängenspektrum sehen, vor denen wir uns schützen. Drückerfische andererseits sehen mehr oder weniger die gleiche Farbpalette wie wir, aber ihre Farbunterscheidung ist anders.

"Wenn man darüber nachdenkt ist das keine große Überraschung. Ihre Farbwahrnehmung ist von Blautönen bestimmt, da sie in einem blauen Ozean leben.

"Wir beginnen gerade jetzt erst zu verstehen, wie Riffbewohner ihre sehr bunte Umwelt sehen und erleben, und das ironischerweise zu einem Zeitpunkt, wo die Farben des Riffs sich wegen des Klimawandels ändern und verschwinden", sagte er.

Professor Marshall informierte, dass Dr. Connor Champ eine Reihe von detaillierten Verhaltenstests durchführt, in denen Drückerfische für die Unterscheidung von immer ähnlicheren Farben belohnt werden.

Dabei stellte sich heraus, dass die Farbwahrnehmung der Drückerfische in einigen Farbregionen detaillierter ist als die von Menschen.

"Ich werde oft gefragt, warum ich Fische studiere. Und meine häufigste Antwort lautet: "Weil ich sie liebe", sagte Professor Marshall.

"Aber diese Art von vergleichendem Blick auf Tier-Systeme ist von entscheidender Bedeutung, um nicht nur die Schönheit der Natur zu verstehen und wie man sie bewahren kann, sondern auch um mögliche Anwendungen in der menschlichen Welt auszuloten."

Die vergleichende Farbvisionsforschung am Institut für Gehirnforschung hilft zum Beispiel auch bei der Krebserkennung, dem Satellitendesign und der Datenspeicherung auf Computern.

Die Forschung wurde bei der Royal Society Open Science veröffentlicht und wurde vom Australian Research Council finanziert.