01.06.2017

Forscher aus Brisbane entdecken, dass eine australische Pflanze das Zika Virus abtöten kann

In Zusammenarbeit mit Health Focus Products Australien (HFPA) haben Forscher der Queensland University of Technology (QUT) eine Gruppe von natürlich vorkommenden Verbindungen in einer australischen einheimischen Pflanze entdeckt, die das Zika-Virus wirksam abtötet.

Forschungsleiterin Dr. Trudi Collet von der Forschungsgruppe für indigene Medizin an der QUT und dem Institut für Gesundheit und biomedizinische Innovation (IHBI) sagte, Tests hätten bestätigt, dass die Verbindungen das Virus gestoppt und an der Replikation gehindert hätte, ohne dass Schaden an den Wirtszellen der Säugetiere aufgetreten sind.

Die Forschungsergebnisse wurden in Brisbane heute Abend (1. Juni) im Innovationsseminar der Biomedizinischen Industriegruppe am QUT vorgestellt.

"Die Forschungen sind noch in einem frühen Stadium, aber unser Ziel ist es, die entsprechenden Verbindungen zu synthetisieren und uns dann auf präklinische Tests zu konzentrieren", sagte Dr. Collet.

"Unsere Plaque-Proben zeigen, dass der Extrakt aus dieser ziemlich verbreiteten einheimischen Pflanze die Zika-Infektion in den Zellen zu 100 % abtötete.

"Dies ist auch spannend wegen der Bedeutung dieser Arbeit für andere Viren. Zika, Dengue, West Nil, Japanische Enzephalitis und Gelbfieber stammen alle aus der gleichen Viren-Familie, den Flaviviridae.

"Von hier aus werden wir weiter daran arbeiten, die Verbindungen in den nächsten drei bis sechs Monaten zu identifizieren, sie dann zu synthetisieren und dann ihre Wirkung auf diese anderen Viren zu testen."

HFPA-Vorsitzender und Gründer Dr. Mark Baldock sagte, dass es nach einem Bericht der Zentren für Krankheitskontrolle und -verhinderung (CDC) in den USA aus dem Jahre 2017 eine 20-fache Überhöhung der Anzahl der Geburtsfehler bei mit Zika infizierten Frauen gab.

"Zika wird in den entwickelten Ländern immer häufiger und, einmal damit angesteckt, ist das Virus sechs Monate lang im menschlichen Sperma zu nachweisbar", sagte er.

"Dieser  gemeinsame Durchbruch der HFPA und der QUT bringt neue Hoffnung, dass wir eines Tages das Virus bereits in einem sehr frühen Stadium nach der Infektion beseitigen könnten und dadurch die anhaltende Gefahr und Ungewissheit beseitigen."

Für das Projekt erhielt die Forschungsgruppe für indigene Medizin am QUT Ende 2015 über 1 Million australische Dollar als Finanzierung zur Durchführung der kollaborativen Forschung  vom australischen Biotech-Unternehmen HFPA sowie aus dem Commonwealth Government Innovation Connections Programm.

Die QUT und HFPA arbeiten schon länger gemeinsam daran, die Anwendung von australischen Pflanzen in der Wundheilung, Infektions- und Krankheitsbekämpfung zu untersuchen und Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson zu behandeln.

Dr. Collet forscht am QUT-Institut für Gesundheit und biomedizinische Innovation in Kelvin Grove in der Innenstadt von Brisbane.

Zika ist ein Virus, das eng mit dem Dengue-Virus verwandt ist und durch Mücken und Sexualkontakte verbreitet wird. Während die meisten Menschen eine sehr leichte Infektion ohne Komplikationen erleben, zeigen die jüngsten Ausbrüche des Zika-Virus im Pazifik und in Amerika, dass es von einer Frau auf ihr Ungeborenes übertragen werden und bei diesem zu schweren Geburtsschäden führen kann.