14.11.2016

Forscher der Monash University gründen ein Unternehmen zur Reprogrammierung von menschlichen Zellen

Eine Technologie namens Mogrify, die an der Monash University mitentwickelt wurde, hat das Zeug, die Fähigkeit von Ärzten zu revolutionieren, Zellen in Gewebe und Organe umzuwandeln, die für die Heilung von Krankheiten benötigt werden.

Mogrify stellt sozusagen eine Schablone zur Verfügung zur Umwandlung von Zellen in ein Herz, eine Niere oder eine Bauchspeicheldrüse.

Die Forschung wurde am Monash Biomedicine Discovery Institute (BDI) durchgeführt, welches heute von Premierminister und Parlamentsmitglied Malcolm Turnbull am Clayton Campus der Universität offiziell eingeweiht wurde.

Das Monash BDI ist eines der größten biomedizinischen Forschungsinstitute in Australien mit über 700 Mitarbeitern, über 120 Forschungsteams, nahezu 300 Doktoranden und einem jährlichen Forschungsbudget von in etwa 50 Millionen australischen Dollar, welches vom National Health and Medical Research Council NHMRC, dem Australian Research Council ARC, von Wohltätigkeitsorganisationen und Partnern aus der Industrie stammt.

Laut Professor John Carroll, dem Direktor des Monash BDI konzentriert sich das Institut darauf, Neuentdeckungen so schnell wie möglich zu vermarkten, und dieses neue Start-up-Unternehmen ist ein gutes Beispiel dafür.

"Wichtige biomedizinische Entdeckungen brauchen große Wissenschaftler und Forschungsinfrastruktur. Das Monash BDI ist ein spannender Ort für Forscher, um ihre Wissenschaft durchzuführen. Gleichzeitig werden sie dabei unterstützt, diese zum Nutzen der Gesellschaft, der Wirtschaft und der menschlichen Gesundheit zu einzusetzen", sagte Professor Carroll.

Im Januar diesen Jahres veröffentlichten Monash-Forscher in Zusammenarbeit mit Kollegen von der Universität von Bristol, Großbritannien und Riken in Japan ein wegweisendes Papier zur Naturgenetik, worin ein Programm namens Mogrify skizziert wurde, das den Forschern praktisch das Rezept liefert, menschliches Zellmaterial in jede beliebige andere Zelle aus einem Gewebeverband oder Organen umzuwandeln, wie etwa Blutgefäße oder Herzgewebe.

"Mogrify dreht sich darum, spezifische Zellen aus Gewebe und Organen im Labor zu erschaffen und zu einem schnellen und genauen System zur Erzeugung von Zellen für die Klinik und Pharmaindustrie weiterzuentwickeln, was bisher nur in Ansätzen mit wechselnden Zufallserfolgen möglich war" sagt Forschungsleiter Jose Polo, assoziierter Professor am BDI.

Seit der Publikation haben die Forscher der Monash University und der University of Bristol eine Spin-off Biotech-Firma mit dem Namen Cell Mogrify gegründet. Die Finanzierung durch eine Gruppe britischer Privatinvestoren ermöglicht es Cell Mogrify die Blaupausen zur Umwandlung von Zellmaterial in spezifische Zellen, die in der pharmazeutischen Industrie dringend benötigt werden zu liefern und zu testen. Dies wird in der Drogen- und Toxizitätstests sowie in klinischen Umgebungen verwendet.

Nach Professor Polo nutzt das Unternehmen auch die Labors des Monash BDI, um die Programmfolge von Rezepten für die Umwandlung von Zellen zu Gewebe zu erhöhen.

"Dies veranschaulicht, was das neue Monash-Institut macht - es entwickelt die Forschung und nutzt Infrastruktur und Kompetenz in einer ganzen Reihe von Bereichen, von der Zellentwicklung bis zur Kommerzialisierung, um den Weg von Therapien in die Klinik zu beschleunigen", sagte Professor Polo.