09.01.2017

Forschung ergibt, dass Muscheln so einzigartig sind wie Fingerabdrücke

Wissenschaftler der University of Queensland haben ein Rätsel gelöst, das Strandspaziergänger und Sammler auf der ganzen Welt beschäftigt hat - warum sind die Farben und Muster auf Muschelschalen so vielfältig?

Die Forscher untersuchten die Molekularstrukturen die der Bandbreite von Muschelmustern zugrunde liegen.

Professor Bernie Degnan, ein Forscher der School of Biological Sciences an der University of Queensland (UQ) sagte, das Team untersuche die komplexen Gen-Netzwerke, welche die Absonderung von Chemikalien und Proteine in Weichtieren kontrollieren und für die Bildung der Schalen verantwortlich sind.

"In der bisher größten Studie haben wir Transkriptome (das komplette Netzwerk der genetischen Ausdrücke) von 11 verschiedenen Muscheln und Gastropoden erstellt", sagte Professor Degnan.

"Überraschenderweise fanden wir in detaillierten Analysen kein einzigartiges Modell oder gemeinsamen molekularen Toolkit hinter dem Design jeder Schale.

"Vielmehr haben sich in der organischen Schicht einer Schale für jede Art ihre eigenen genetischen Codes entwickelt.

"Beim Sezernieren seiner Schale verwendet jeder Molluskenmantel eine Mischung aus altentwickelten Genen mit solchen, die sich in jüngerer Zeit gebildet haben um die Architektur und das Muster der Schale zu schaffen."

Die Forscher fanden heraus, dass alte Gene, die in anderen Organismen für eine Vielzahl von allgemeinen Rollen verantwortlich sind hier für das genetische Programm zur Entwicklung der Schale rekrutiert worden waren.

Die Forscher schlossen daraus, dass die Verwendung vorhandener Gene und die rasche Entwicklung neuer Gene zur Diversifizierung von Molluskenmantel-Transkriptomen über entfernt und eng verwandte Arten beigetragen haben.

Es wird geschätzt, dass mehr als 50.000 Arten Schalen haben.

"Sammler können jetzt das Wissen besitzen, dass jede Art eine Schale produziert, die sie so einzigartig macht wie ein Fingerabdruck", sagte Professor Degnan.

Die Studie mit Dr. Felipe Aguilera und Dr. Carmel McDougall, sowie Professor Degnan von Zentrum für Meereswissenschaften und der Schule für Biowissenschaften an der UQ wurde in der Zeitschrift Molecular Biology and Evolution veröffentlicht.