20.09.2016

Julia an der James Cook University

Im August war ich für fünf Tage an der James Cook University (JCU) im tropischen Norden Queenslands zu Gast und hatte die tolle Gelegenheit, mir deren Campusse in Cairns und Townsville sowie deren beeindruckende Forschungsstation im Daintree-Nationalpark anzusehen.

Die JCU, benannt nach dem britischen Seefahrer James Cook, der 1770 an der australischen Küste landete, zählt derzeit etwa 17.000 Studenten. Etwa 13.000 davon studieren auf dem Hauptcampus in Townsville. Mit etwa 200.000 Einwohnern ist Townsville “Australia´s largest tropcial city”. Die JCU bietet zahlreiche Kurse in den Colleges of Arts, Society and Education, Business, Law and Governance, Healthcare Sciences, Medicine and Dentistry, Public Health, Medical & Veterinary Sciences und Science and Engineering. Aufgrund der besonderen Lage hat sich die JCU in einigen Bereichen spezialisiert und es bieten sind so gerade Kurse im Bereich Meeresbiologie, den Naturwissenschaften oder auch Tourismus an. Allerdings werden nicht alle Kurse an beiden Campussen angeboten, das sollte man bei der Wahl seiner Kurse beachten und entsprechend abklären.

Der Campus befindet sich etwas außerhalb der Stadt und ist, sowohl mit Bus, Auto aber auch dem Fahrrad gut zu erreichen. Die meisten Studenten wohnen in unmittelbarer Nähe des Campus. Es gibt verschiedene Wohnheim-Möglichkeiten: Einzelzimmer, entweder in einer Wohngruppe oder einem Wohnblock und mit oder ohne Verpflegung. Wer es lebendig mag und schnell Anschluss finden möchte, ist hier sicher gut aufgehoben. Die deutschen Studenten zieht es aber meist in eines der zahlreiche Shared Apartments, teilweise ausgestatte mit einem Pool, und auf jeden Fall kostengünstiger. Es gab wohl auch schon Studenten, die auf dem benachbarten Magnetic Island gewohnt und jeden Tag mit der Fähre übergesetzt haben. Wer nicht unbedingt dort wohnen möchte, sollte die traumhafte Insel auf jeden Fall einmal besuchen! Der Campus liegt auf einem großen parkähnlichem Gelände, durch welches sich in der Regenzeit ein Fluss schlängelt. Die Gebäude sind überwiegend sehr modern gestaltet und hervorragend in das grüne Umfeld integriert. Besonders beeindruckt haben mich die lichtdurchfluteten Räume, mit neuster technischer Ausstattung und super bequemen Stühlen. Auf dem Campus gibt es eine Bar, mehrere Cafés und Snack-Points sowie einen eigenen Supermarkt. Wer nicht unbedingt in die Stadt möchte, findet alles Nötige direkt auf dem Campus. Außerdem ist das studentische Angebot sehr umfangreich und es finden immer wieder kleine Feste, Märkte oder Veranstaltungen jeglicher Art auf dem Campus statt, wie zum Beispiel das Townsville Cultural Festival. Ich hatte das Glück während des offiziellen Open Days vor Ort zu sein. An diesem Tag stellen sich alle Fachbereiche vor, sämtliche Türen stehen offen und zukünftigen Studierenden soll so die Möglichkeit gegeben werden, den Campus sowie die Angebote der JCU kennen zu lernen.

Trotz ihrer Größe ist Townsville eine eher ruhige Stadt, die gerade durch die zahlreichen Studenten zum Leben erweckt wird und somit eine tolle Atmosphäre bietet, wenn man kein Fan des  anonymen Großstadtdschungels ist. In und rund um die Stadt selbst gibt es Einiges zu erkunden: The Strand (die 2km lange Promenade), die Flinders Street mit ihren Pubs und Bars, Magnetic Island, den Castle Hill (sehr beliebt unter den Sportlichen). Auch die Whitsunday Islands, das Great Barrier Reef und der tropische Regenwald sind nur einen Katzensprung entfernt. Townsville ist der perfekte Ausgangspunkt sowohl in den Norden als auch den Süden Queenslands. 

Der zweite australische Campus der JCU befindet sich in Cairns, eine knappe Flugstunde nördlich von Townsville. Der Campus ist um einiges kleiner als der Hauptcampus, ist aber deswegen nicht weniger gut ausgestattet und es finden sich auch hier alle notwendigen Annehmlichkeiten für Studenten. So verfügt das College of Medicine and Dentistry zum Beispiel über eine voll funktionsfähige Zahnklinik mit hervorragenden Einrichtungen für zukünftige Zahnärzte und Zahntechniker, die sogar für die Öffentlichkeit zugänglich ist und auch das College of Arts, Society and Education unterrichtet hauptsächlich in Cairns Kurse im Bereich Arts and Creative Media. Cairns ist mit 130.000 Einwohnern zwar kleiner als Townsville, aber aufgrund seiner Anziehungskraft für junge Backpacker definitiv lebendiger. Die Stadt ist Ausgangspunkt für Trips in den Regenwald sowie zu Tauchtrips zum Great Barrier Reef und ist somit hervorragend für abenteuerlustige Studenten geeignet.

Highlight meines Besuches war definitiv der Besuch im Daintree Rainforest Observatory DRO im Daintree Nationalpark ganz oben im Norden Queenslands. Der „Classroom in the Rainforest“ ist eine voll ausgestattete Forschungseinrichtung. Sie verfügt über Labore, klassische Unterrichtsräume sowie offen gestaltet Arbeitsplätze im Regenwald und, besonders beeindruckend, einen 47 Meter hohen Kran, der es den Forschern erlaubt, die einzelnen Schichten des Regenwalds zu untersuchen. Die Station verfügt zudem über Schlafmöglichkeiten für bis zu 50 Personen, generiert Strom über Solarzellen (es gibt sogar WLAN) und hat eine eigene Wasseraufbereitungsanlage. Sowohl Langzeitaufenthalte zu Forschungszwecken sowie kurze Besuche für Study Abroad Studenten im Rahmen spezieller Programme sind auf Anfrage möglich. Eine tolle Erfahrung in einmaliger Location!    

Mein Fazit: Die JCU ist eine tolle Universität, die sich nicht nur durch ihre einmalige Lage in tropischer Umgebung sondern auch durch ihre Expertise in den Forschungs- und Studienbereichen Meeresbiologie und den Naturwissenschaften von anderen Hochschulen in Down Under abhebt. Wer die Natur Australiens erleben will und in studentenfreundlicher und gemütlicher Atmosphäre studieren möchte, ist hier definitiv richtig! Übrigens: die JCU erlässt für den Studienstart 2017 jedem Studenten 1.000 AUD der Studiengebühren! Weitere Infos.

Weitere Infos zur Uni selbst und einige Bilder meines Campus-Besuches findest du unter www.gostralia.de/jcu. 

Tipp: Football Spiel der North Queensland Cowboys anschauen! Die Leidenschaft der North Queensländer für ihr Team ist beeindruckend und die Stimmung unschlagbar. Einige Studenten arbeiten übrigens nebenbei im Stadion!



Außerdem habe ich meine Zeit in Australien genutzt, um mir einige weitere Campusse in Queensland anzuschauen. Besucht habe ich den Gold Coast Campus der Griffith University, etwa eine Stunde südlich von Brisbane. Der Campus in Southport ist einer der fünf Campusse der Uni mit lebendiger Atmosphäre, zahlreichen Cafés, Sporteinrichtungen und modernster Ausstattung. Ebenso an der Gold Coast in Robina liegt der Campus der Bond University. Architektonisch ein sehr beeindruckender und weitläufiger Campus mit eigenem Pool. Von beiden Universitäten ist man in kürzester Zeit an einem der tollen Strände. In Brisbane der Hauptstadt des Staates Queensland habe ich mir zwei Campusse der Queensland University of Technology (QUT) angesehen. Den Hauptcampus Gardens Point, im Zentrum Brisbanes, sowie den Campus in Kelvin Grove, etwas außerhalb. Beide sind super modern, bieten ein tolles Lernumfeld für Studenten und sind mit einem Pendelbus miteinander verbunden. Zudem habe ich den St. Lucia Campus der University of Queensland besucht. Der Campus liegt etwas außerhalb, verfügt aber über eine eigene Anlegestelle für die Fähre. St. Lucia ist sehr weitläufig, beeindruckt vor allem durch seine zahlreichen Sandsteingebäude und ist beinahe eine eigene kleine Stadt.

Zu allen Unis findest du weitere Informationen sowie Bilder unter www.gostralia.de/unis