20.11.2018

Neues von Social Media Botschafter Julian in Adelaide

Julian hat im Sommer das Social Media Stipendium von GOstralia! gewonnen und studiert seit September an der University of Adelaide in Australien.

Jede Woche postet er von seinen Erlebnissen auf Instagram mit dem Hashtag #gostralia und seine Bilder machen definitiv Fernweh. Im Interview steht er uns nun Rede und Antwort: Wie gefällt es ihm im Festival State South Australia, konnte er schon alle Punkte seiner Bucket List abarbeiten und wie unterscheidet sich das Studium in Australien von dem im Deutschland? Für alle, die sich auf das Stipendium für 2019 bewerben wollen, gibt er darüber hinaus einige wertvolle Tipps.

Hallo Julian, du bist seit September an der University of Adelaide und studierst dort im Master im Bereich Business ein Trimester. Wie gefallen dir Australien und Adelaide bislang?
Kurz gesagt: es ist großartig. 2016 war ich schon einmal in Australien, allerdings nicht in South Australia, was u.a. ausschlaggebend für mich war, für mein Auslandssemester nun hierher zu gehen, diese Lücke zu schließen und den Bundesstaat sowie seine Hauptstadt genauer kennenzulernen. Australien, die Natur und die Menschen üben nach wie vor eine große Faszination auf mich aus. Adelaide ist erfreulicherweise im Grunde genauso, wie ich es mir vorgestellt habe. Nahbar, überschaubar und trotzdem sehr vielseitig und aufregend und voller Möglichkeiten. Ich denke, es kommt selten vor, dass die Realität exakt mit den Erwartungen und Vorstellungen übereinstimmt. Mein Wunsch für das Auslandssemester war eine überschaubare Stadt, die nicht unbedingt das 08/15-Standardziel ist und auch landschaftlich viel zu bieten hat. Adelaide kann, eingebettet in Weinberge und die sanften Hügel der Adelaide Hills auf der einen Seite und wunderschönen Strände auf der anderen Seite, genau das bieten. Östlich der Stadt befinden sich einige der besten Weinregionen der Welt mit malerischen Destinationen wie dem Barossa Valley und dem McLaren Vale, 15 Tram-Minuten westlich der Stadt erreicht man hingegen Glenelg Beach, von wo aus sich hunderte Kilometer wunderschöner Strände aneinanderreihen.  In der Mitte dieser Szenerie liegt die rechteckige Planstadt Adelaide. Mit knapp 1,3 Millionen Einwohnern ist Adelaide nur etwas größer, als Köln. Eine verhältnismäßig kleine Stadt mit kompaktem Zentrum (CBD), gut überschaubar, weltoffen und sie bietet dennoch alles, was man braucht.

Australien hat wirklich viele sehr gute Universitäten zu bieten. Auch du hast zwischen zwei Universitäten geschwankt. Warum hast du dich letztendlich für die University of Adelaide entschieden?
Das stimmt. Die Entscheidung fiel mir nicht unbedingt leicht bei der Vielzahl an guten Universitäten in Australien und Neuseeland sowie mehreren Zulassungsschreiben und Studienangeboten. Letztlich haben mich der von mir durch meine Recherche wahrgenommene Ruf der Universität, die Reputation, die riesige Zahl an interessanten und vielseitigen Kursangeboten und die traditionsreiche Geschichte sowie der atemberaubende Campus überzeugt, das Angebot der University of Adelaide anzunehmen. In Deutschland habe ich bisher an vergleichsweise jungen Universitäten studiert, daher wollte ich diese Chance nutzen, einmal in das Flair einer verhältnismäßig alten, traditionsreichen Uni (gegründet 1874) einzutauchen. Das alles hat sich größtenteils auch bestätigt, insbesondere auch der Ruf in der lokalen Bevölkerung. Mit wem auch immer ich in Südaustralien in’s Gespräch komme, attestiert: „Oh, Uni Adelaide, a very good University!“. Das hat mich natürlich gefreut und mich in meiner Wahl bestätigt.

Nach zwei Monaten Studium in Australien: Wie bewertest du das Studium in Down Under im Vergleich zum deutschen Studium?
Die Hauptunterschiede würde ich vor allem an zwei Dingen festmachen: 1. Universitätsumfeld/Organisation und 2. Lehre. Das Universitätsumfeld ist auf einem für mich höchst beeindruckenden Standard. Auffällig ist zunächst der infrastrukturelle Standard des Campus: Statt einer Mensa gibt es eine Art Foodcourt mit allerlei extravaganten Ständen und Essensangeboten, es gibt Studentenküchen und unfassbar viele Computer und Lernplätze für Studenten, draußen gibt es eine balinesisch inspirierte Lagunenlandschaft mit Wasserfall und großer Buddhastatue und direkt hinter dem Campus fließt der malerische und von Pelikanen frequentierte River Torrens, über den eine ikonische Fußgängerbrücke führt. Vor vielen Räumen und Hörsälen hängt ein fest installiertes iPad, dass Titel und Dozent der aktuell laufenden Veranstaltung anzeigt sowie die noch verbleibende Zeit und die Folgeveranstaltungen. Wer also mal an einer renommierten Universität mit malerischem Campus und luxuriöser Ausstattung studieren möchte, ist hier genau richtig. Doch nicht nur der Campus und alle Einrichtungen, die z.T. designerhotelähnlichen Gebäude und Lounges, die Parks und Außenbereiche, die Gerätschaften, die Technik und all die Angebote für Studenten sind faszinierend, auch Administration, Service und Organisation funktionieren erfrischend gut. Das bin ich aus Deutschland so nicht gewohnt. Was habe ich in Deutschland z.T. für ein katastrophales Chaos erleben müssen, welch Zuständigkeits-Ping-Pong, welch Desinformation und verwalterische Resignation. Sekretärinnen, die z.T. für vier Lehrstühle gleichzeitig in Teilzeit arbeiten müssen, um sich über Wasser zu halten. Überall fehlt es an Geldern und Personal, was sich in viel Demotivation und Resignation bei den verbleibenden Hochschulmitarbeitern niederschlägt. Einmal wollte man mich sogar dazu ermutigen, gegen meine Alma Mater vor Gericht zu ziehen, weil sie ihr Wort nicht gehalten und Studenten im Übergang zum Master höchst ungerecht behandelt hatte. Nicht jedoch an der University of Adelaide. So etwas gibt es hier nicht, hier gibt es für jedes noch so kleine Problem ein Department, mindestens 10 spezialisierte Ansprechpartner, für jedes Anliegen ein freundliches und serviceorientiertes Office. Alle Abläufe funktionieren einfach und das macht Spaß. Natürlich muss man fairerweise aber auch dazu sagen, dass die Mittel, die die öffentlichen Universitäten hier zur Verfügung haben, in keinster Weise mit denen der staatlichen deutschen Hochschulen vergleichbar sind, die keine Einnahmen durch enorme Studiengebühren verzeichnen können.   
Der zweite große Unterschied besteht meiner Erfahrung nach in der Art und Weise, wie Lehre und Studium hier ablaufen. Zusammenfassend könnte man wohl sagen, dass in Deutschland „Lernen durch Lehre“ dominiert, während in Australien auf „Lernen durch Machen“ oder „Learning by Doing“ gesetzt wird. Hier ist alles, wie auch in den USA, ‘verschulter‘, aber auch praxisorientierter. Man kriegt verhältnismäßig wenig direkten wissenschaftlichen Input, dafür umso mehr Aufgaben, Literatur und Arbeitsanreize. Die Aufgabenfülle ist oft sehr hoch, über das Semester sind etliche kleinere und größere wissenschaftliche Arbeiten zu schreiben, Vorträge zu halten, Tests zu absolvieren. Nicht immer sind diese intellektuell höchst anspruchsvoll, fast immer jedoch zeitlich. Man muss sich gut organisieren, insbesondere, wenn sich die oft kurz angesetzten Deadlines anfangen, zu überlagern. Während den Studenten in Deutschland oft viel Selbstverantwortung überlassen wird und die Prüfungsleistung für einen Kurs nicht selten aus nur einer einzigen Klausur am Semesterende o.ä. besteht, können es hier leicht zehn benotete Einzelleistungen werden, die über das Semester hinweg kontrolliert und abgefragt werden. Ein weiterer Unterschied, der mir im Zuge dessen aufgefallen ist, ist die Bedachtsamkeit, mit der hier, gerade von Seiten der Universität, miteinander umgegangen wird. Höflichkeit, Umsicht, Sorgfalt und Vorsicht werden sehr großgeschrieben. Gleichzeitig ist es jedoch nicht ungewöhnlich, seine Professoren zu duzen und beim Vornamen zu nennen. Das alles kann meiner Meinung nach nicht schaden, ist manchmal aber etwas gewöhnungsbedürftig. So hat mich beispielweise eine Dozentin während eines Kurses zur Seite genommen, um mich nach Erlaubnis zu fragen, ein Video zu zeigen, das u.a. kurz Adolf Hitler zeigt. Sie wusste, dass ich Deutscher bin und hatte Bedenken, ich könnte mich durch das Video angegriffen oder verletzt fühlen. Ich erwiderte, dass ich damit kein Problem hätte, dass es nun einmal die traurige Realität darstelle und dass ich solche Videos in meiner Schulzeit zuhauf gesehen hätte. Etwas Vergleichbares würde meiner Meinung nach an deutschen Hochschulen nicht passieren. Ferner ist die Studentenschaft hier extrem international und man arbeitet mit sehr vielen asiatischen Kommilitonen zusammen. Bildung ist das drittgrößte Exportgut Australiens und das merkt man. Ich denke, zusammenfassend lässt sich feststellen, dass beide Systeme ihre Vor- und Nachteile haben und vieles vielleicht auch Geschmackssache ist. Doch ein Studium in Australien kann dabei den Horizont, im wahrsten Sinne des Wortes, nur erweitern und bringt viele positive Aspekte und neue Eindrücke und Herangehensweisen mit sich.

Du postest als Social Media Ambassador auf Instagram und deine tollen Bilder machen sofort Fernweh. Wie gut lassen sich Freizeit und Studium unter eine Hut bringen?

Der Umstand, dass ich Business auf Masterlevel (Postgraduate) studiere, bedeutet für mich: Trimester statt Semester. Alles ist zeitlich komprimierter und stofflich intensiver, auch die übliche zweiwöchige Mid-Semester Break entfiel für mich. Daher hat in dieser Zeit für meine Kommilitonen und mich eindeutig das Studium dominiert und ich hätte gern mehr Interessantes vor die Linse bekommen. Das alles wusste ich aber, dank des großartigen Service von GOstralia!, schon im Voraus und es war quasi bewusst so geplant. Man findet überdies immer mal wieder Zeit für einen Tagesausflug zu einem neuen Strand oder in die Hills oder hat mit Glück gar gelegentlich ein paar Tage am Stück frei. Und der ein oder andere Feierabenddrink mit Kommilitonen oder Partyabend auf der berühmten Hindley Street ist ohnehin obligatorisch. In genau einer Woche ist mein Studium hier zudem auch schon vorüber und dann beginnt die wirklich aufregende Zeit mit Ausflügen und Reiseabenteuern quer über den Kontinent. Ich bin auf einem Working Holiday Visum und kann so jetzt noch volle 4 Monate im Land bleiben, arbeiten und reisen, bis mein Semester in Deutschland im April wieder beginnt.

Für die Bewerbung als Social Media Ambassador musstest du eine Bucketlist für Australien einreichen. Wie viele Punkte konntest du schon abhaken und was steht noch an?
Diese Frage hat viel mit der vorherigen zutun. Auf Grund der verdichteten Studienzeit hier war noch nicht viel Zeit für Reisen und die ambitionierten Ziele meiner Bucketlist übrig. Einen Punkt, das Studium eines Wine Business Kurses und die Erkundung der umliegenden Weinregionen, konnte ich jedoch schon erfolgreich im Rahmen von Freizeit und Research Touren für meinen Kurs abhaken. Ich hoffe, dass ich nach Semesterende möglichst viele weitere Punkte meiner Bucketlist angehen kann. Unbedingt möchte ich die Great Ocean Road nach Melbourne abfahren. Tasmanien, Neuseeland und Fraser Island wären weitere für mich neue und favorisierte Ziele. Außerdem freue ich mich riesig auf ausgiebiges Tauchen und Kitesurfen, der nahende Sommer bringt nämlich neben hohen Temperaturen auch stetigen Wind.

Was hat dir bisher am besten gefallen in Australien?

Das Stadtleben hier in Adelaide in Kombination mit der Natur drumherum ist schon toll. Ich habe riesiges Glück mit der Unterkunft gehabt und bewohne ein großartiges modernes Shared House inmitten des Central Business Districts (CBD) von Adelaide. Das bedeutet, dass sowohl die Uni, als auch alle Geschäfte, Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Bars und die meisten Kommilitonen fußläufig erreichbar sind. Und wenn man mal nicht laufen möchte oder es eilig hat, nimmt man den in der Innenstadt kostenlosen ÖPNV, bevorzugt die Tram. Ein weiteres Highlight waren die vielen Tagesausflüge und Roadtrips mit meinen europäischen Kommilitonen, u.a. zum Mount Barker, McLaren Vale und Mount Lofty sowie zu den atemberaubenden Stränden bei Port Elliott (ca. 90 Autominuten südlich von Adelaide).

Das Stipendium wird auch im kommenden Semester angeboten. Was empfiehlst du angehenden Studenten, die sich ebenfalls bewerben wollen?
Informiert Euch vorab, googelt und plant ein wenig. Bleibt authentisch, integriert ein paar Eurer bisherigen Fotos und Werke, überzeugt das Team von Eurer Abenteuerlust und Neugier, Australien zu erkunden und andere dabei multimedial mitzunehmen. Und vor allem: Einfach bewerben! Lasst diese großartige Chance nicht verstreichen. Ich hätte nie damit gerechnet, tatsächlich auserwählt zu werden und habe mich wahnsinnig über das Stipendium gefreut, da es einerseits eine spannende Aufgabe beinhaltet und andererseits eine finanzielle Erleichterung für mich bedeutet.

Welche Finanzierungsoptionen hast du sonst noch genutzt?
Erfreulicherweise habe ich überdies noch ein DAAD-Promos-Teilstipendium meiner Hochschule erhalten. Der Rest sind Ersparnisse sowie einige großzügige Zuschüsse meiner Familie, für die ich sehr dankbar bin.

Und abschließend: Welchen Tipp gibst du zukünftigen Studenten mit auf den Weg?
- Einfach machen.
- Kursbeschreibungen vorher genau lesen und wenn sie zum Zeitpunkt Eurer Bewerbung noch nicht vollständig sind: Bei der Uni nachfragen. Es gibt enorme Unterschiede in Arbeitsaufwand, Prüfungsleistungen und Ablauf. Wählt danach, was Euch am meisten liegt und Freude bereitet und versucht aber auch, den Arbeitsaufwand überschaubar zu halten. Es gibt Intensivkurse ohne eine einzige Vorlesung und es gibt Kurse mit mehreren Vorlesungen und Tutorien pro Woche, dafür weniger eigenständiger Arbeit. Das ist Geschmacks- und Typsache.
- Nutzt den großartigen und kostenlosen Service von GOstralia!, wenn ihr für Euer Auslandsstudium nach Australien oder Neuseeland wollt. Als spezialisierte Organisation ist GOstralia! meiner Meinung nach absoluter Experte auf dem Gebiet. Die Hingabe, Zuverlässigkeit, Detailgenauigkeit bei Informationsbedarf und Professionalität hat mich schwer beeindruckt. Ich bin tatsächlich sehr froh, diese Wahl getroffen zu haben.
- Nehmt Kontakt zu Alumnis wie mir oder gegenwärtigen Studenten der Uni auf! Ich habe so z.B. andere ehemalige deutsche Austauschstudenten der Uni Adelaide kontaktiert, die ich über Instagram ausfindig gemacht hatte. Für Detailfragen und Erfahrungsberichte aus erster Hand kann das überaus hilfreich sein.


Du hast Lust bekommen, deine eigene Bucket List in Australien oder Neuseeland während eines Auslandssemester Punkt für Punkt abzuhaken? Dann schicke uns deine Bucket List zusammen mit deinen Bewerbungsunterlagen und mit etwas Glück wirst du neuer Botschafter und gewinnst mit dem Social Media Stipendium von GOstralia!-GOzealand! 1.000 Euro. Unsere Studienberaterinnen unterstützen dich gerne bei deinem Vorhaben und beraten dich zu Studienprogrammen, Finanzierung und Bewerbung.