Research Forum Berlin 2016

Rückblick

In Zusammenarbeit mit Austrade Frankfurt und dem GOstralia! Research Centre hatte die Australische Botschaft am 16. März 2016 zum Research Forum: Opportunities for German Australian Research Cooperation nach Berlin eingeladen. Die zahlreich erschienen Vertreter deutscher Universitäten und Hochschulen, nationaler Bildungs- und Forschungseinrichtungen und der freien Wirtschaft informierten sich in diversen Fachvorträgen über die Möglichkeit der Forschungszusammenarbeit zwischen Australien und Deutschland. Auch für interessierte Studenten bot die Veranstaltung eine Gelegenheit, sich ein Bild von den Studienmöglichkeiten zu machen und vor Ort die Vertreter der Hochschulen kennenzulernen.

Die Begrüßung der Gäste übernahm seine Exzellenz Botschafter David Ritchie persönlich. In seiner Ansprache betonte er die vielseitigen Verbindungen, die es traditionell zwischen Australien und Deutschland schon immer gab. Aus gegebenem Anlass verwies er auf die Arbeitsergebnisse der deutsch-australischen Beratergruppe zum weiteren Ausbau der bilateralen Beziehungen, die Ende 2015 als 59 Empfehlungen den Regierungen beider Länder vorgelegt wurden. Neben strategischen wirtschafts- und sicherheitspolitischen Aspekten ist der Bereich „Wissenschaft und Bildung“ eine wichtige Säule um die deutsch-australischen Beziehungen auf ein neues Niveau zu heben. Vor diesem Hintergrund ordnete der Botschafter das Research Forum nicht nur als wichtigen Beitrag zur Intensivierung deutsch-australischer Forschungszusammenarbeit ein, sondern bezeichnete es auch als eine generelle Chance, potentielle Synergien zwischen beiden Ländern zu bestimmen und noch stärker auszuschöpfen.

Die Vortragsrunde eröffnete Dr. Hans-Jörg Stähle vom Internationalen Büro des BMBF mit einer Einführung in die Hochschul- und Forschungslandschaft Australien. Detailliert informierte er zu universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Down Under, Finanzierungsmodellen, nationalen Forschungsprioritäten und Exzellenzinitiativen und gab damit den Zuhörern einen umfassenden Überblick über die aktuelle Forschungspolitik Australiens. Besonders zu erwähnen ist, dass  Deutschland für Australien nach den USA und Großbritannien schon jetzt der drittwichtigste Partner ist, wenn es um Forschungszusammenarbeit geht.

In ihrem Vortrag Strengthen cooperation in Science and Education – The Australia Germany Advisory Group (AGAG) berichtete Frau Prof. Anja Schwarz, Mitglied der AGAG, von den Bestrebungen die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern zu vertiefen. Verantwortlich für die Erarbeitung der Empfehlungen im Bereich „Wissenschaft und Bildung“ referierte sie kurzweilig und konkret über die Arbeitstreffen der renommierten Beratergruppe in Australien und Deutschland. Abschließend betonte Frau Prof. Schwarz, dass neben einem gezielten strukturellen Ausbau der Forschungszusammenarbeit und der Installierung einer zentralen Koordinierungsstelle auch dem Studierendenaustausch zwischen Australien und Deutschland auf Undergraduate- und Postgraduateniveau eine besondere Bedeutung zukomme und im Zuge dessen die Entwicklung spezieller Stipendienprogramme voranzutreiben sei.

Felicity Jones sprach in ihrer Eigenschaft als European Research Development Manager der University of Melbourne über ihre praktischen Erfahrungen im Aufbau von Forschungskooperationen mit deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen. In ihrem Vortrag How to make the right friends in the great Southern land stellte sie vor allem persönliche Aspekte auf dem Weg zur erfolgreichen Etablierung von Forschungskooperationen in den Mittelpunkt. Kreativität und Durchhaltevermögen im Umgang mit unterschiedlichen Organisations- und Finanzierungsstrukturen im Hochschulwesen beider Länder waren ihr hier besonders wichtig.

Beate Pasch vom DAAD rundete mit ihrer Präsentation The Universities Australia - DAAD Research Cooperation Scheme den Vormittag ab. Umfassend stellte sie das erfolgreiche Mobilitätsprogramm im Rahmen des Projektbezogenen Personenaustausches (PPP) vor. Sehr zufrieden zeigte sie sich, dass nach Einzelabkommen mit der Group of Eight (2006) und dem Australian Technology Network (2010) mit dem neuen Vertragspartner Universities Australia Ende 2014 ein nationaler Ansprechpartner gefunden werden konnte. Im Rahmen des neuen Abkommens sind nun alle australischen Hochschulen antragsberechtigt. Neben Geldern des DAAD unterstützt Universities Australia das neue Abkommen mit 1,8 Mio. AUD. In der ersten Ausschreibungsrunde 2015 konnten 100 deutsch-australische Forschungsprojekte gefördert werden. Die neue Ausschreibungsrunde 2016 endet am 17. Juni 2016.

Nach einem Mittagessen, das von allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen zum intensiven Netzwerken genutzt wurde, standen drei Best Practice - Beispiele auf dem Programm. In seinem Vortrag Forschungskooperation mit Australien: vom Einzelprojekt über Gruppenförderung zur Universitätspartnerschaft stellte Prof. Andreas Meinhardt, stellvertretender geschäftsführender Direktor des Instituts für Anatomie und  Zellbiologie an der Universität Giessen, sein Internationales Graduiertenkolleg “Molecular Pathogenesis of Male Reproductive Disorders“ vor, das erste deutsch-australische Graduiertenkolleg überhaupt. Gemeinsam unterhalten wird es von der Justus-Liebig-Universität Giessen mit der Monash University in Melbourne. Spannungsreich erzählte Prof. Meinhardt von ersten wichtigen persönlichen Kontakten nach Melbourne bis hin zur erfolgreichen Finanzierung seiner International Research Trainings Group aus DFG Mitteln und Geldern der Monash University. Darüber hinaus beschrieb er die Bedeutung der IRTG als Motor einer strategischen Universitätspartnerschaft zwischen Giessen und Melbourne.

Das zweite deutsch-australische Graduiertenkolleg stand im Mittelpunkt von Prof. Christian Kurts‘ Vortrag. Hauptakteure des Bo&MeRanG Projektes sind die Rheinische-Friedrich-Wilhelms Universität Bonn und die University of Melbourne. Die filigranen, thematischen Verflechtungen der einzelnen Forschungsprojekte innerhalb der Graduiertenkollegs entwickelte Prof. Christian Kurts, Direktor des Instituts für Experimentelle Immunulogie an der Universität Bonn, als zentralen Bestandteil einer erfolgreichen Antragsstellung bei der DFG und Geldgebern von australischer Seite. Wie sein Vorredner Prof. Meinhardt betonte auch Prof. Kurts die Wichtigkeit einer sehr guten persönlichen Beziehung zwischen beiden Seiten.

Eine australische Perspektive zur erfolgreichen deutsch-australischen Forschungszusammenarbeit lieferte Dr. Luis Meijas Alvarez, stellvertretender Direktor des Australian Research Centre for Aerospace Automation (ARCAA) der Queensland University of Technology, im letzten Vortrag des Tages. In beeindruckender Vielzahl stellte er Forschungskooperationen nicht nur mit deutschen Hochschulen sondern auch zahlreichen deutschen Partnern in der Industrie vor. Schwerpunkte waren hier vor allem die technischen, ingenieurswissenschaftlichen und mathematischen Themenbereiche mit großem innovativem Potential. Bei der Einwerbung finanzieller Mittel konnte Dr Meijas ebenfalls auf eine große Bandbreite von Förderprogrammen verweisen, wie z.B. den  DAAD, Erasmus+  oder NIRAP – National and International Research Alliances Program um nur einige zu nennen.

Auf der sich anschließenden Forschungsmesse hatten interessierte Studierende die Möglichkeit, sich ausführlich über Australien als Forschungs- und Studienland zu informieren. Neun australische Universitäten und die Mitarbeiter des GOstralia! Research Centres waren vor Ort, um die Studierenden individuell und mit viel Zeit für spezielle Fragen zu beraten. Darüber hinaus informierte Dr. Michaela Krug-von Vacano, Head of GOstralia! Research Centre, in einem Workshop umfassend zu PhD-Programmen, Finanzierungsoptionen und Bewerbungsmodalitäten für Doktoranden.

Die Veranstaltung in der Australischen Botschaft bot den zahlreich gekommenen Vertretern australischer und deutscher Universitäten und Forschungseinrichtungen, Mitarbeitern der International Offices und  außeruniversitären Einrichtungen und dem wissenschaftlichen Nachwuchs  vom späten Vormittag bis in den Nachmittag hinein eine perfekte Plattform zum intensiven thematischen Informationsaustausch und zur persönlichen Vernetzung.

Bei weiteren Fragen zum Research Forum wenden Sie sich an Dr. Michaela Krug-von Vacano. Auf Anfrage senden wir Ihnen sehr gerne einzelne Präsentationen zu.